Sonnenaktivität: Flares bei Active Region 12497

Sonnenaktivität10 Flares (Ausbrüche) in 24 Stunden: Die “Active Region 12497” auf der Sonne zeigt eine hohe Aktivitätsrate. Während die Region im Weißlicht recht unscheinbar ist, ist sie bei Schmalbandbeobachtung im H-alpha-Licht sehr auffällig.


Aktive Sonne: Was sind Flares?

Die Sonne ist ständig aktiv. Durch innere Prozesse werden starke Magnetfelder erzeugt, die den Materietransport (Konvektion) beeinflussen. Das Plasma folgt dabei den Feldlinien der Magnetfelder. Ist der Materietransport gestört, bilden sich kühlere Bereiche auf der Oberfläche, die wir als Sonnenflecken sehen können. Folgt das Plasma einem Magnetfeld-Bogen über die Oberfläche hinaus, spricht man von einer chromosphärischen Eruption oder Flare. In diesen Gebieten wird ein erhöhtes Maß an kurzwelliger Strahlung sowie geladener Teilchen frei. Flares teilt man nach ihrer Röntgenstrahlungsenergie in die Klassen A, B, C, M und X einteilt. Zwischen den einzelnen Klassen liegt jeweils der Faktor 10.

Sonnenaktivität

Active Region 12497 mit Flares

Flares bei Active Region 12497

Active Region 12497 ist bei Weißlichtbeobachtung eine recht unauffällige, kleinere Fleckengruppe. Die hohe Aktivitität lässt sich jedoch im H-alpha-Licht gut beobachten. In der Aufnahme sieht man eine strahlend hellen, auffälligen Bereich (Flare) um zwei dunkle Punkte (Sonnenflecken) herum. Rechts davon findet sich ein weiterer aufgehellter Bereich (AR 12496), der aber keine so hohe Aktivität zeigt. Die Webseite Solarmonitor.org der Solar Physics Group, Trinity College Dublin, zeichnete am 14.2.16 neun Flares der Klasse C sowie einen der (zweitstärktsten) Klasse M auf. In den folgenden Tagen werden weitere Flares bis hin zur Stärke X erwartet.

Aufnahmetechnik

Für das Bild wurde ein Lunt 60Tha Teleskop verwendet. Es ist ein kleines Linsenteleskop mit 60mm Öffnung und 500mm Brennweite, das mit einem Etalon ausgestattet ist und nur die Wellenlänge des ionisierten Wasserstoffs (h-alpha) durchlässt. Für den Betrachter erscheint das Bild in einem satten, dunklen Rot. Für Farbkameras sind Schmalbandaufnahmen sehr schwierig, daher wurde für die Aufnahme eine monochrome Astronomie-Kamera (ZWO ASI 120MM) verwendet. Ein Video mit ca. 2500 Einzelbildung wurde mit dem Programm Autostakkert ausgewertet (Stacking-Verfahren), die weitere Bearbeitung erfolgte mit Fitswork und Adobe Photoshop CS6.

Buch-Tipp zum Thema Sonnenbeobachtung:

Astro-Praxis: Die Sonne: Eine Einführung für Hobby-Astronomen