Sonnenflecken-Animation

Sonnenflecken-SerieIn der Woche 22.4- – 26.04.2011 gab es ein seltenes Zusammentreffen: Eine längere Schönwetterperiode mit klarem Himmel, mehrere markante Sonnenflecken-Gruppen – und ich hatte frei :-). Ich habe erstmals versucht, die Entwicklung einer Sonnenfleckengruppe über einen Zeitraum von mehreren Tagen mit Fotos und einer Zeitraffer-Animation zu dokumentieren.


Sonnenflecken-Serie

Wegen der Abschattung durch umgebende Gebäude lag der Aufnahmezeitraum jeweils zwischen 10 und 16 Uhr in Abständen von 30 Minuten. Zum Einsatz kam der kleine Refraktor Orion ED 80/600 mit Baader Solarfolie auf der Celestron CAM-Montierung. Die Aufnahmen erfolgte automatisiert mit der EOS 550D, die über EOS Utility mit einem Netbook ferngesteuert wurde.

Orion ED 80

Die Aufnahmeserie

Nach Einstellen der Sonne und sorgfältiger Fokussierung per Live-View am Computer begann die Aufnahmeserie in Abständen von je 30 Minuten. Nach einigen Versuchen stellte sich eine Belichtungszeit von 1/80 sec bei 200 ISO als brauchar heraus. Das durch den Solar-Continuum-Fillter tief grün eingefärbte Sonnenbild wurde gleich per Kamera-Einstellung in ein Schwarzweiß-Bild umgewandelt. Die Montierung führte das Teleskop automatisch auf die Sonne nach. Allerdings war täglich gegen 13.00 Uhr Sommerzeit manuelles Eingreifen gefordert, wenn die Sonne den Meridian überschritten hatte (höchster Punkt der scheinbaren Sonnenbahn) und die Montierung “umgeschlagen” werden musste, also auf Positionen westlich des Meridians eingestellt werden musste. Bei dieser Gelegenheit wurde noch die Kamera gedreht, der Akku getauscht und der Fokus überprüft. Die Serie lief vom 22.04. ab ca. 10. Uhr bis zum 26.04. ca. 12. Uhr, dann machte die aufziehende Bewölkung den Abbruch der Aufnahmen erforderlich.

Nachbearbeitung

Die Nachbearbeitung und Videoerstellung war mit einigem Aufwand verbunden. Die rund 60 Einzelaufnahmen wurden zunächst gesichtet, wobei unbrauchbare Bilder (z.B. durch durchziehende Wolken) aussortiert wurden. In Gimp 2.6 wurde jedes Bild in Schärfe, Tonwerten und Kontrast optimiert und für die spätere Animation ausgerichtet. Das Zentrieren der Bilder (so dass bei der Animation die Sonnenscheibe nicht hin- und herspringt) ließ sich mit dem Programm Giotto automatisieren.

Die ausgerichteten, zentrierten Einzelbilder wurden nun per Windows Live Movie Maker zu einem Film zusammengesetzt. Am Ende der Aufnahmeserie jeden Tages wurde eine kurze Abblendung nach schwarz geschaltet, außerdem kam noch eine Beschriftung hinzu. Mit einer Anzeigedauer von 0,2 Sekunden pro Bild wurde (nach einigem Herumprobieren) eine flüssige Animation erreicht. Hier also nun das Ergebnis: