Planeten-Parade: Konjunktion Venus-Jupiter 26.3.12

KonjunktionAm Abendhimmel in der letzten Märzwoche war eine wunderschöne Konstellation zu beobachten: Der Mond als schmale Sichel, danben die strahlend helle Venus als Abendstern, und darunter der Jupiter. Man spricht hier von einer Konjunktion der Planeten. Aber wie funktioniert das?

 

Konjunktion

Planeten sind für uns auf der Erde nur dann zu sehen, wenn sie das Licht der Sonne reflektieren. Wir als Beobachter müssen sozusagen die “Sonne im Rücken” haben, wenn wir die Planeten sehen wollen – man nennt diesen Phase “Opposition”. Befinden wir uns dann auf der Nachtseite der Erde und blicken in das All hinaus, werfen die Planeten das Licht der Sonne zurück und erscheinen am Nachthimmel. Durch die unterschiedlichen Umlaufzeiten der Planeten ergeben sich dabei immer neue Konstellationen. Die Grafik zeigt die Situation am 26.03.2012:

Konjunktion

Die Umlaufzeit -also das “Venusjahr” beträgt rund ca. 235 Erdentage. Außerdem ist die Venusbahn näher an der Sonne als die Erdbahn – eine perfekte Opposition (Sonne – Erde – Planet) ist damit nicht möglich. Es reicht jedoch, wenn der Planet im schrägen Winkel von der Sonne angestrahlt wird, damit er sichtbar wird. Je nach Winkel Erde – Sonne – Venus kann man bei der per Teleskop Phasen ähnlich wie beim Mond beobachten; zum Beobachtungszeitpunkt war eine prächtige “Halb-Venus” zu sehen.

Der Gasriese Jupiter zieht seine Bahn dagegen weit jenseits der Erdbahn. Seine Umlaufzeit um die Sonne beträgt 11 Jahre und 316 Tage – in diesem Fall ist es also die Erde, die “vorausläuft”.

In der Kombination der Bahnelemente von Venus, Erde, Mond und Jupiter ergab sich im März 2012 die reizvolle Konstellation, die hier im Foto festgehalten wurde. Erscheinen Himmelskörper aus dem Betrachtungswinkel des irdischen Beobachters nahe beeinander, bezeichnet man das als “Konjunktion”. (Nicht verwechseln: Als Konjunktion bezeichnet man auch die Situation, wenn die Sonne zwischen einem Planeten und der Erde steht und der Planet damit nicht sichbtbar ist – das Gegenteil zur Oppositon).

Eine ähnliche Konstallation gab es Ende Juni 2015 zu beobachten, was in diesem Artikel beschrieben ist: Venus und Jupiter am Abendhimmel. Interessante Konstellationen dieer Art (Konjunktionen, Bedeckungen und vieles mehr) gibt es immer wieder im Jahr; eine gute Informationsquelle dafür ist ein astronomisches Jahrbuch wie das “Kosmos Himmelsjahr” ( Amazon: Kosmos Himmelsjahr 2016: Sonne, Mond und Sterne im Jahreslauf) oder “Der Sternenhimmel” (Amazon: Der Sternenhimmel 2016: Das Jahrbuch für Hobby-Astronomen)

Doch bei allem Nachgrübeln über die Himmelsmechanik und die Bahnelemente sollte man eines nicht aus dem Blick verlieren: Die Schönheit dieses Himmelsschauspiels. Daher hier zum Schluss noch eine Aufnahme, die das Trio Mond-Venus-Jupiter über einem stillen Weiher im Steigerwald zeigt.

Konjunktion